Ruppig und eigensinnig, humorvoll und liebenswert - diese konträren Eigenschaften in einer Person zu vereinen, ist ihre große Stärke: Hannelore Hoger bevorzugt vielschichtige Figuren. Als Bella Block stand die Hamburgerin 1993 zum ersten Mal in der gleichnamigen ZDF-Serie vor der Kamera und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet. Auch als nunmehr pensionierte Kommissarin kämpft Bella weiterhin für mehr Menschlichkeit und Gerechtigkeit.
Kino, Fernsehen und Theater bestimmten auch nach über 40 erfolgreichen Karrierejahren das Berufsleben der attraktiven und selbstbewussten Charakterdarstellerin, die ihr Publikum über ihr genaues Alter gerne im Dunkeln lässt
Hannelore Hoger absolvierte ihre Ausbildung an der Staatlichen Musikhochschule bei Professor Eduard Marks in ihrem Geburtsort. Anfang der 60er Jahre ging sie an das Stadttheater Ulm, wo ihre Zusammenarbeit mit Regisseur Peter Zadek begann. Das Theaterpublikum kennt sie unter anderem durch zahlreiche Lesungen und Engagements in Bremen, Stuttgart, Bochum und Hamburg, sowie durch Gastspiele - zum Beispiel in Berlin, Düsseldorf und Wien.
Seit 1986 ist sie mit eigenen Theater-Inszenierungen erfolgreich. Als Theaterschauspielerin arbeitete Hannelore Hoger mit großen Regisseuren wie Augusto Fernandez, Peter Zadek, Hans Lietzau, Johannes Schaaf, Peter Palitzsch, Wilfried Minks und anderen zusammen. Engagements hatte sie unter anderem am Wiener Burgtheater, am Schauspielhaus Hamburg, am Staatstheater Stuttgart sowie am Schillertheater Berlin. Zuletzt spielte sie in Hamburg die Martha in Edward Albees "Wer hat Angst vor Virginia Woolf"? und am Burgtheater Wien unter der Regie von Peter Zadek die Alice in Strindbergs "Totentanz". Ihr Fernsehdebüt gab Hannelore Hoger 1963 mit dem Fernsehfilm "Tag für Tag" unter der Regie von Peter Beauvais.
Unzählige Rollen in Fernsehfilmen sowie im Kino folgten. Sie arbeitete mit Volker Schlöndorff, Alexander Kluge, Peter Zadek, Helmut Dietl und vielen anderen renommierten Regisseuren.
Die Hauptdarstellerin von "Bella Block", die zu den größten Schauspielerinnen hierzulande zählt, ist ebenso einzigartig wie das Krimiformat selbst. Dass es seit dem Start dieser Reihe inzwischen eine Menge anderer Kommissarinnen gibt, stört sie nicht. Doch den heutigen Jugendwahn, vor allem gegenüber Frauen, findet sie "schrecklich".
Auf das Erfolgsrezept von Bella Block angesprochen, erwidert Hannelore Hoger trocken: "Dass ich eine ganz normale, etwas zu dicke Tante bin. Viele Frauen können sich mit der Figur identifizieren. Sie ist emanzipiert, unabhängig, hat ihren eigenen Kopf."
Doch die Schauspielerin ist auch in anderen Rollen eindrucksvoll überzeugend und stellt immer wieder gerne auch ihr komödiantisches Talent unter Beweis.
Auszeichnungen - eine Auswahl: